Was hat Paarberatung eigentlich mit Hypnose zu tun?

Mehr, als viele denken.

Denn die meisten Konflikte entstehen nicht im Gespräch, sie entstehen tiefer darunter.

Unter dem Gesagten liegen zumeist alte Verletzungen, frühe Erfahrungen und Prägungen.
Automatische Reaktionen, die schneller sind als jedes bewusste Denken.

Oft reichen ein Blick, ein Tonfall, oder sogar ein Schweigen und plötzlich reagiert das innere System, als ginge es um viel mehr als die aktuelle Situation. Als würde etwas sehr Altes berührt. Und oftmals ist es genau so.

Der Partner sagt einen Satz und das Nervensystem hört sowas wie:

  • „Du bist mir nicht wichtig.“

  • „Du bist allein.“

  • „Du bist falsch.“

  • „Du wirst nicht geliebt.”

Das erklärt, warum Konflikte manchmal so heftig sind, obwohl der Anlass scheinbar klein wirkt. Das emotionale Erleben passt nicht zur Situation im Hier und Jetzt, sondern zu etwas, das früher einmal notwendig war, um sich zu schützen.

Wenn das Nervensystem das Gespräch übernimmt

In solchen Momenten diskutieren nicht zwei Erwachsene miteinander, sondern es reagieren innere Schutzprogramme.

Das Nervensystem schaltet auf Alarm, noch bevor Worte sortiert oder Absichten geprüft werden können. Nähe fühlt sich plötzlich gefährlich an. Rückzug, Angriff oder Erstarren erscheinen die einzige Option.

Genau hier kann Hypnose ansetzen: als Zugang zu den inneren Mustern, die Beziehungen steuern.

Hypnose in der Paararbeit: Tiefer als Worte

In der Arbeit mit Paaren kann Hypnose sehr hilfreich sein, tieferliegende Ursachen für Beziehungsstress und Konflikte zu bearbeiten.

Denn es geht nicht darum, noch bessere Argumente zu finden oder Gespräche endlos zu analysieren.
Stattdessen geht es darum,

  • emotionale Reaktionen zu verstehen, nicht nur zu besprechen

  • alte innere Verknüpfungen zu lösen, statt neue Diskussionen zu führen

  • innere Sicherheit aufzubauen, damit Nähe wieder möglich wird

Denn Beziehung verändert sich nicht allein durch Einsicht, sie verändert sich, wenn sich das innere Erleben wandelt. Wenn wir z.B. über wenig Selbstakzeptanz verfügen, reagieren wir auf Vieles überempfindlich. Übertriebene Eifersucht oder einengendes Verhalten können Folge sein und sich sehr belastend auf die Beziehung auswirken.

Das Nervensystem kann aber lernen: Jetzt bin ich sicher, ich muss nicht Alarm schlagen. Die Erreichung eines solchen Zustands, kann u.a. mit Hypnose zum Thema Selbstwert effizient unterstützt werden.

Drei Fragen zur Selbstreflexion

Vielleicht mögen Sie sich einen Moment Zeit nehmen und nach innen lauschen:

  1. Welche Situation mit meinem Partner löst immer wieder dieselbe starke Reaktion in mir aus?

  2. Fühlt sich meine Reaktion manchmal größer an als die aktuelle Situation?

  3. Welche alte Erfahrung könnte mein System hier noch schützen wollen?

Wenn nicht das Paar streitet

Oftmals streitet nicht das Paar, sondern zwei alte Schutzprogramme, die sich begegnen.

Und genau dort liegt auch die Chance:
Nicht im Recht-haben, sondern im Erkennen dessen, was darunter wirkt. In der Überprüfung, ob diese Schutzprogramme noch notwendig sind und vielleicht sogar die Zeit gekommen ist, sie aufzulösen.

Denn wenn sich innere Muster verändern, kann Beziehung wieder das werden, was sie eigentlich sein möchte: ein Ort von Verbindung, Sicherheit und echter Nähe.

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Warum Unterrichten das Nervensystem fordert

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